Nicht nur der aktuelle Lockdown führt zu Absagen von Veranstaltungen. Aufgrund Sanierung ist das Paracelsus-Bad seit Monaten eine Baustelle.

Die Aufführungen dort zur Adventszeit sind für den SC Wedding eine alte Tradition. Erstmals 1963 wurde „Des Schwimmers Traum“ als Rahmenprogramm zum Wettkampf präsentiert. Ein Showprogramm mit Zirkusnummern, Musikkapellen oder auch mal ein Feuerwerk vor den großen Panoramafenstern (1967 „Im Reiche des Neptun“) und den Schöneberger Sängerknaben (1968 „Allotria in Lilliput“) gehörten dazu.         
Die oben genannten Veranstaltungen wurden von Alfred Abendroth arrangiert, weitere Aufführungen waren:        
„Übermut tut selten gut“ (1964, Hedwig Lippelt), „Die Bremer Stadtmusikanten“ (1966, Ernst Gron), „Wiener Bonbons“ (1969, Bernd Geppert), „Sport-Musik-Attraktionen“ (1970, B.Geppert), „Der Schwimmsport einmal anders“ (1971, Elfriede Lucas, Gisela Rathske), „Märchenland“ (1972, E.Lucas, G.Rathske), „Erinnerst Du Dich, 25 Jahre SC Wedding“ (1975).

Nach längerer Pause gab es in den folgenden Jahren nur sporadisch Rahmenprogramme bei Wettkämpfen, z.B. 1992 „Schneewittchen“.

2003 begann mit „Dornröschen“ dank Unterstützung der Berliner Bäder-Betriebe durch Bereitstellung der Halle eine neue Serie. Als Gegenleistung wurde eine öffentliche Veranstaltung neben der (wie früher nur üblichen) vereinsinternen Aufführung vereinbart und erstmals als eigenständige Veranstaltung ohne Kombination mit einem Schwimm-Wettkampf durchgeführt. Damit wurde die Aufführung aber auch länger und entsprechend anspruchsvoller. Dieser Test verlief erfolgreich, mit „Peter Pan“ gab es daher 2004 eine weitere Darbietung.   
Aufgrund der wiederum ausverkauften Tribüne wurde 2005 bei „Aschenputtel“ eine zweite öffentliche Veranstaltung angeboten.      
2006 wurden „Die Abenteuer der Biene Maja“ wie schon die Märchen zuvor auf die Gegebenheiten einer Schwimmhalle und den Darstellungsmöglichkeiten der Synchronschwimmerinnen angepasst. Jene tragen mit ihren Kürdarbietungen den Hauptteil, aber auch die Schwimmer und Wasserballer sowie die Senioren wurden nach Möglichkeit eingebunden.           
2007 blieben wir mit „Die kleine Meerjungfrau“ dann endlich mal in „unserem Element“. 
Das 2008 „Schneewittchen – ohne Zwerge“ stattfand, führte zu einer Protestdemo der Zwerge 2009 in „Alice im Märchenland“. Beide Geschichten orientierten sich nur grob an den Vorlagen, 2010 wurde mit „Die kleine Hexe“ wieder eine Buchvorlage umgesetzt.             
2012 haben wir bei „Dornröschen“ mal die Geschlechterrollen getauscht und Don von Röschen einschlafen lassen. „Der Zauberer von Oz“ ein Jahr später und dann „Das Dschungelbuch“ 2014 waren weitere Etappen.

„Die Weihnachtsgeschichte“ war 2011 schon einmal geplant, 2016 brachten die Geister der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnachten statt einen Geizkragen bei uns eine strenge Trainerin auf den richtigen Weg.

2017 folgte dann endlich „Pinocchio“, das war in den Jahren zuvor oft als “running gag“ immer wieder vorgeschlagen, aber nie umgesetzt.

2018 wurde dann mit „König der Löwen“ der Schlusspunkt gesetzt, alle Beteiligten warten nun auf eine Wiedereröffnung des Paracelsus-Bades und ein weiteres Märchen im Wasser.

Apropos „alle Beteiligten“: da müssen natürlich zahlreiche Darsteller im Wasser gewürdigt werden, die z.B. samstags neben den zwei Vorstellungen mit der Generalprobe insgesamt drei Durchläufe absolvieren müssen. Immer wieder erstaunlich, wie auch die Ehemaligen hier wieder aktiv werden. Und ebenso erstaunlich, wie kleine Fehler gekonnt überspielt werden. Mir persönlich z.B. in Erinnerung geblieben: eine Synchronschwimmerin hat vergessen die Nasenklammer anzusetzen. Als während der Kür die Gruppe abtaucht nutzt sie die Gelegenheit, taucht zum durch die Kulisse abgeschirmten Beckenrand, kehrt mit Nasenklammer unter Wasser wieder zur Gruppe zurück und taucht mit dieser auf als wäre nix gewesen. Und beim Thema „Pannen“ entschuldige ich mich dann auch gleich nochmal bei den Synchros, die sich damals während der Kür in einer gerissenen Nylonschnur verhedderten.

Gewürdigt werden müssen natürlich auch zahlreiche Helfer am Beckenrand, vom Aufbau schon am Freitag über Einlasskontrolle bis hin zur Besetzung der Scheinwerfer.
Stellvertretend für alle sollen hier Christina und Rainer Rinner als Initiatoren und treibende Kräfte gemeinsam mit Susanne Faber genannt sein, in den Folgejahren brachten sich auch Stephanie Marx und Michelle Zimmer in Programmgestaltung und Küraufbau ein. Aber immer wieder steuerten alle ihre Ideen bei und so konnte man auch noch bei den Veranstaltungen Veränderungen erleben.

TB

Allgemein Unsere Tradition: Das Weihnachtsmärchen der Synchro’s